Achtung, Fake-Shop: „till-lindemannshop.com" hat nichts mit Till Lindemann zu tun
Wer auf der Suche nach offiziellem Merch von Till Lindemann ist, landet bei Google schnell auf einer Seite, die genau so aussieht, wie man es erwartet: Logo, Tour-Hinweise, ein Shop voller Shirts und Hoodies, dazu groß das Wort „official". Die Adresse lautet till-lindemannshop(.)com. Seriös ist daran allerdings wenig.
Wir haben die Seite genauer angesehen – und sind auf eine ganze Reihe von Ungereimtheiten gestoßen, die zusammengenommen ein eindeutiges Bild ergeben.
Die Domain ist erst ein paar Monate alt
Der vielleicht wichtigste Punkt steckt im Hintergrund. Die Domain till-lindemannshop.com wurde am 14. November 2025 registriert. Sie ist also gerade einmal ein paar Monate alt. Gebucht wurde sie zudem nur für ein einziges Jahr, bis November 2026. Wer einen ernsthaften, langfristigen Shop betreibt, sichert sich seine Domain in der Regel über mehrere Jahre.
Zum Vergleich: Die echte Seite des Sängers, till-lindemann.com, existiert bereits seit Februar 2015 und ist bis 2027 vorausbezahlt. Über zehn Jahre Geschichte gegen ein paar Monate – das spricht für sich.
Hinzu kommt, dass der tatsächliche Betreiber der Shop-Seite hinter einem Dienst (Cloudflare) versteckt wird. Wer dahintersteckt, lässt sich von außen nicht erkennen.
Kein Impressum, dafür Dollarpreise
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In Deutschland ist ein Impressum bei gewerblichen Seiten Pflicht. Auf der echten Lindemann-Seite findet man es ebenso wie eine Datenschutzerklärung und echte Ansprechpartner aus Management und Booking. Beim vermeintlichen Shop sucht man Vergleichbares vergeblich.
Stutzig macht auch die Währung. Sämtliche Preise stehen in US-Dollar – ungewöhnlich für einen deutschen Künstler, dessen Tour quer durch Europa läuft. Dazu kommen Dauerrabatte von pauschal 50 Prozent und reißerische Hinweise wie „OFF SALE – LIVE NOW". Solche künstliche Dringlichkeit ist eine der ältesten Maschen im Geschäft mit gefälschten Shops.
Verräterische Textbausteine
Am deutlichsten wird es bei einem Blick auf die Texte selbst. An mehreren Stellen blieb offenbar Blindtext aus der Bauvorlage stehen. So findet sich auf der Seite tatsächlich der Satz: „Street art salvia irony wolf waistcoat actually lomo meh fap jean shorts." Das ist kein Produkttext, sondern Platzhalter-Kauderwelsch, das eigentlich vor Veröffentlichung gelöscht werden sollte.
An anderer Stelle steht „Ra TILL LINDEMANN" – ein übrig gebliebener Rest aus einer Rammstein-Vorlage. Viele Produktkategorien zeigen außerdem nur graue Platzhalterbilder statt echter Ware. Das wirkt nicht wie ein gepflegter Künstler-Store, sondern wie ein in Eile zusammengeklickter Baukasten.
Was Fans tun sollten
Die Empfehlung ist klar: auf till-lindemannshop(.)com nichts bestellen und vor allem keine Zahlungsdaten eingeben. Die Mischung aus brandneuer Wegwerf-Domain, verstecktem Betreiber, fehlendem Impressum, Dollarpreisen und liegen gebliebenem Blindtext passt zu keinem seriösen Anbieter.
Wer offizielles Merch oder Tickets sucht, geht den sicheren Weg über die echte Seite till-lindemann.com sowie über die dort und auf den verifizierten Social-Media-Kanälen verlinkten Quellen. Im Zweifel gilt die einfache Regel: Lieber einmal mehr prüfen, von wem man kauft, als das Geld an Unbekannte zu überweisen.



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